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...ein kleines Dankeschön - stellvertretend für viele:

An den Samstagen 10. und 17. Mai 2008 waren viele Gehauser
(u.a. auch von der Freiwilligen Feuerwehr und vom Sportverein)
hilfreich zur Stelle, um an der Nordseite unserer Pfarrkirche
ein Gerüst aufzustellen (besonderer Dank für das Gerüst
gilt der Firma Rolf Kaufmann, Heizung & Sanitär)
und einen Teil des Daches abzudecken.





...Holzlager vor unserer
Kirche...

...da wird wohl noch
so einiges gebaut...

...und immer mehr
schadhafte Stellen
werden entdeckt,
leider...
...Blick auf das Gerüst
an der Nordseite der
Kirche, von Gehausern
selbst errichtet,...
nochmals Danke!

Bald muss das Gerüst
auf die andere Seite:
wir freuen uns über
jeden der dabei hilft!
...an dieser Stelle
wird momentan
gearbeitet.

Balken müssen entfernt
werden...,
...neue werden
dafür eingesetzt...
...hier sieht man gut,
wo marode
Balkenstücke entfernt
wurden...
...an dieser Stelle
(rechts hinter der
Orgel) lag einmal
ein Balken auf der
Mauer, ein wichtiger,
tragender Balken,
allerdings war er
kaum noch vorhanden.

...höchste Zeit, hier
zu handeln,
auch wenn die Kosten
der Arbeiten langsam
ansteigen...
...so sehen viele
unserer Dachbalken
aus, ein leichtes
Berühren und
schon zerfallen sie!

...noch liegen die
ausgebauten Stücke
hinter der Kirche,
Sie dürfen sie gerne
selbst mal anfassen...
...auch hier sieht man,
wie dringend (!) die
Sanierung der
Dachkonstruktion ist:
wirklich viel Last
können solche
Holzreste nicht
tragen...

...Feuchtigkeit
und Holzwurm
haben ganze Arbeit
geleistet...
...damit uns die Kirche
nicht einfällt...

...ein Stützbalken
und ein kleines
Gerüst am Kirchen-
himmel,
damit niemand
abstürzt...


...und hier
der neue Dachkasten
an der Nordseite.
Der hintere Teil
ist fertig,
das halbe Gerüst
ist abgebaut
und steht nun
an der Südseite...
...wo sonst die
Gottesdienstbesucher
sitzen
werden in diesen
Tagen fleißig Bretter
gestrichen...
...Blick von der Empore
auf den Dachstuhl...


...die Arbeiten gehen
gut voran,
an der Nordseite
sollten sie nun bald
beendet sein...
...Blick Richtung Turm,
auch hier mussten
einige Balken
ausgetauscht bzw.
teilweise
erneuert werden...
...nun steht auch auf
der Südseite unserer
Kirche ein Gerüst,
die Arbeiten
haben auch hier
begonnen...


...auch auf der
Südseite
zeigen sich
erhebliche
Schäden...
...an dieser Stelle
sollte der Balken
eigentlich auf
der Mauer
aufliegen...
...das war einmal
ein tragender
Balken...
...wenn man
diese
"Balkenreste"
ansieht, 
versteht man,
dass unsere
Kirche
früher oder
später
eingefallen
wäre...








Wir schreiben das Jahr 1357. 

Die Jahresscheibe hat sich nun zum zweiten Mal gedreht, seitdem der Ort Gehaus erstmalig urkundlich erwähnt wurde. 

Unser Marktgraf Reinhold August der Gewichtige von den Werraauen gibt sich nebst Gemahlin und Gefolge aus diesem Anlasse die Ehre, Euch zu einem neuerlichen Mittelalterlichen Gelage unter dem Motto „Halunken, Räuber, Hexenvolk“ in unserem Schlosspark zu Gehaus einzuladen. 

Die gräflichen Untertanen schmücken unseren Parke mit seinem Schlosse wiederum gar festlich heraus. Die Festflaggen werden gehisst.  Überall lodern Feuer und ein buntes handwerkliches Markttreiben in alten mit Leinen und Stroh gedeckten Ständen bietet einen Einblick in altertümliche Gewerke mit  allerlei Getue. Die Hofköche bieten so manch schmackhafte Speise aus der gräflichen Küche.

Der Marktgraf hat keine Mühen und Taler gescheut um Euch zu belustigen. Die Schar der Künstler ist groß und spektakulär. Unser Herold Adelhalm vom Eselstieg führt durch das grandiose Programm. Die Spielleute von „La Compania Los Dilletantos“ und „Bergfolk“ begeistern beim Spiele mit altertümlichen Instrumenten und Gesange. Die Gaukler „Radugas“ treiben ihren Schabernack auf Stelzen und bei der Jonlage. Die sagenhaften und hier zu Lande bereits gefeierten Komödianten „Dippolds Erben“ belustigen mit Theater, Komödie und Märchenspiel und fordern die jungen Recken beim Kinderritterturnier zum Kampfe um ihre Liebste. Der hässliche Hans bettelt auf unbeschreibliche Weise um die Gunst der edlen Burgfräulein. Die zauberhafte Madlen von „Devi Dance“ begeistert mit atemberaubenden Getanze ob orientalisch oder höfisch. Die Söldnertruppe „ Ferndorftaler Soldrecken“ hat seine Lager im Park aufgeschlagen und führt Euch so mache spektakuläre Kampfeinlage mit dem Schwerte und anderen Handwaffen auf. Wenn die Sonne untergeht dann kommt die Zeit der Halunken, Räuber und Hexen, ihr werdet schon sehen. Aber nicht nur gruselig und schaurig geht es zu. Bei loderten Fackeln spielt Bergfolk mit herzhaften mittelalterlichen Deutschfolk auf. Dann  kommt die Zeit des Feuers. Mit feurig heißen Feuerdarbietungen wird das Herz eines jeden erwärmt. 

Das Gelage geht über zwei Tage und bietet neben dem Beschriebenen noch so manches mehr. Ein festlicher Gottesdienst und unzählige Vergnügen für die Kinderschar seien aber noch erwähnt!

Nun brechet auf, kommet in Scharen und labet Euch an dem Dargebotenem!






Hier die ersten Bilder, weitere folgen...

Die Festtage in Gehaus waren mehr als beeindruckend. 
Das Wetter, das Programm, die Künstler, die Stimmung im Park
und am Schloss: es hat einfach alles gepasst.
Ein großes Wochenende für Gehaus!


Aus technischen Gründen bin ich nun auf ein externes Foto-Album umgestiegen.
Dort gibt es mehr und größere Bilder vom Festwochenende.

Wer seine eigenen Photos mit uns und anderen online teilen möchte, darf mich gerne kontaktieren, ich setze mich dann umgehend mit Ihm oder Ihr in Verbindung.
Einfach unter 036965/ 60043 oder mittels mail tom@gehaus.de bei mir melden!

Ein herzliches Dankeschön für die Photos geht an:
© Alexander Göhring, Sonneberg
© Familie Loos, Gehaus
© Christin Müller, Gehaus
© Familie Heiko Wagner, Gehaus & Freunde   

Und hier gehts zum Foto-Album:

 https://fotoalbum.web.de/gast/thomasgoehring/650_Jahre_Gehaus

Anmerkung zu den veröffentlichten Bildern:
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass einerseits das Recht am eigenen Bild ein Persönlichkeitsrecht ist und zum anderen jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Kontext Bilder von ihm veröffentlicht werden.
Dies wissend bitte ich jeden, der sich auf einem der hier unter www.gehaus.de oder im externen Foto-Album gezeigten Bild entdeckt und darüber nicht glücklich sein sollte, sich einfach bei mir zu melden.
Das betreffende Bild wird dann sofort gelöscht!  



Und hier der Link zu einer weiteren Bildergalerie,
mit vielen sehenswerten Momentaufnahmen unserer 650-Jahr-Feier!
http://www.stadt-stadtlengsfeld.de/fotogalerie_gehaus_650.htm






Gehaus wartet auf SIE!.....wollen Sie sich etwa solch eine Idylle entgehen lassen?
...für wen nur werden die Feierlichkeiten hier ein überraschendes Ende finden? 
Die Tore
stehen offen.

SIE sind
herzlich
eingeladen...
Der Festplatz
ist fast fertig.
Nun fehlen
nur noch
einige
Kleinigkeiten...
...und
natürlich SIE.
Gehaus putzt
sich heraus...
Jetzt muss
nur noch
der "Himmel"
so freundlich
mitspielen
wie heute...
..ganz so
menschenleer
wird es in
wenigen
Tagen wohl
kaum
zugehen...


Der schöne Ort Gehaus in der thüringischen Rhön auf einem Hochplateau oberhalb der Felda, zu Fuße des Hausberges dem Baier gelegen, begeht dieses Jahr ein Jubiläum der ganz besonderen Art.

Zwar erscheint das 650jährige Ersterwähnungsjubiläum, gemessen an dem Alter der umliegenden Gemeinden, relativ jung, doch der erste wirkliche urkundliche Beweis des Ortes Gehaus datiert vom 13.05.1355 und ist eine Urkunde des Klosters Allendorf. So manch einem mag auch verwundern, dass diese Urkunde so relativ kurzfristig gefunden wurde, doch Dank der unermüdlichen Forscherarbeit der Ortschronisten Reinhold Lotz und Ergo Bohne sind wir alle froh, dass das Dokumenten im Landesarchiv Meinigen noch so rechtzeitig gefunden werden konnten, dass wir unser 650. Gründungsjubiläum dieses Jahr festlich begehen können.

Wer das idyllische Gehaus mit seiner herrlichem Lage, seinem wunderschönen Schlosspark und dem dazugehörigen Schloss kennt, dem wird sicherlich sofort klar, dass dieses Fest nur im Stile längst vergangener Zeiten gestaltet und gefeiert werden kann. Park und Schloss könnten keine bessere Kulisse abgeben. Doch nicht zuletzt die eher wilde und räuberische Vergangenheit des Ortes Gehaus, quasi die Räuberhochburg der Rhön mit „Weltruf“ bis ins ferne Böhmen, gaben den endgültigen Ausschlag für das Festmotto „Mittelalterliches Gelage“.

Eigens für den Festanlass, aber auch zur weiteren Wahrung und Pflege Gehauser- Traditionen, wurde im März dieses Jahres ein Heimatpflegeverein gegründet. Die Gründungsmitglieder um den Vorsitzenden Reinhold Lotz, den Ortsbürgermeister Karsten Seelig und den Festorganisationsleiter Sven Schwarz hatten sich für diesen kurzen Zeitvorlauf eine wahrhaft große Herausforderung gestellt, die sicher von so manchem belächelt wurde. Doch was alle gemeinsam, mit den mittlerweile vielen Helfern und mit kräftiger Unterstützung aller Gehauser Vereine und Interessengruppen erreicht haben, kann sich mehr als sehen lassen. 

Bedanken möchten wir uns vorab schon bei allen großzügigen Sponsoren für die finanzielle Unterstützung, ohne die dieses Fest nie möglich gewesen wäre. Das Festkonzept steht und kann ohne Übertreibung als etwas ganz besonderes bezeichnet werden.




Für Fragen jeder Art steht Ihnen unser Festorganisationsleiter Sven Schwarz jederzeit zur Verfügung!
Sie erreichen ihn unter 036965/ 64146 oder 0174/3075481.



13.Mai 1355 Ersterwähnung nach einer Urkunde im Kloster Allendorf
1472 Heinrich von Reckerodt erhält Gehaus als Lehen vom Bistum Fulda
1506 erwirbt Ludwig von Boineburg den Ort Gehaus
Um 1700 werden jüdische Familien in Gehaus sesshaft
1716 Bau des Schlosses zu Gehaus
1765/67 Bau der „modernen“ Kirche in Gehaus und Errichtung des jüdischen Friedhofs
Während der Napoleonischen Zeit beginnt eine Odysee durch die verschiedensten Fürstentümer, u.a. gehörte Gehaus zu Holland Ab 1816 gehörte Gehaus dann zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
1850 1/3 der Gehauser wandern nach Amerika aus
1878 Gründung der Feuerwehr
1884 Sinti und Roma werden sesshaft
1895 Bau der Wasserleitung
1901 Gründung des Sportvereins
1920 die Elektrizität hält Einzug
2005 Festliche 650 Jahrfeier
Quelle:
Heimatpflegeverein
Gehaus




VON CARSTEN KALLENBACH

GEHAUS – Totschlag, Falschmünzerei, Prostitution – all das hat es früher einmal im kleinen Gehaus in der Rhön gegeben. Sogar von einem Räuberzentrum spricht die Ortschronik. Im Übrigen werden die Gehauser heute noch „Zigeuner“ genannt – auch das hat seinen Ursprung in der Geschichte.

Ein Blick auf den
unteren Ortsteil
von Gehaus zeigt
die Kirche,
das Unterschloss,
die ehemalige Schule
und das Schloss.
Im Hintergrund
ist der Schlosspark
zu erkennen.






FOTO:
KLAUS KEMTER

„Hier bei uns haben schon immer viele Volksgruppen zusammengelebt – wir hatten die Zigeuner hier und zeitweise über 150 Juden“, sagt Pfarrer Thomas Göhring. Er ist 33 Jahre alt und seit Oktober 2000 in der Gemeinde tätig. Er hat vor allem einen guten Kontakt zum Sportverein und zur Jugend. „Die Leute in Gehaus sind sehr offen und liberal geprägt, überhaupt nicht konservativ“, meint er. Auch von den Einwohnern wird der junge Pfarrer, der eigentlich aus der Sonneberger Ecke stammt, sehr geschätzt: „Er hat sich von Anfang an nicht abgekapselt“, meinen beispielsweise Ergo Bohne und Reinhold Lotz.

Der Zusammenhalt ist in Gehaus, dem kleinen Ort, der eigentlich recht unbekannt ist, noch ganz gut, schätzen Bohne, Lotz und Klaus Kemter ein. „Bei uns helfen sich die Vereine sehr stark untereinander, und wir haben auch noch ein recht reges Vereinsleben“, sagt Reinhold Lotz. So gibt es den Sportverein mit einer guten Fußballmannschaft, den Hundeverein, den Taubenverein, den Karnevalsverein, einen Kleintierzuchtverein, die Feuerwehr und den Kirmesverein. Auch auf die „Klöppelfrauen“ sind die drei Männer und Pfarrer Göhring stolz: „Die klöppeln noch richtig und stellen viel aus.“ Der Kleintierzuchtverein ist schon über 100 Jahre alt. Das gleiche gilt für den Sportverein und die Feuerwehr. Die hat es sogar schon auf 125 Jahre gebracht. Der Hausberg der Gehauser ist der Baier. Auf ihn führen von vielen Orten Wege, „aber von uns aus der schönste“, sagen Bohne, R. Lotz und Kemter selbstbewusst. Sogar ein Gipfelbuch gibt es auf dem Baier. In unmittelbarer Nähe befinden sich Oechsenberg und Dietrichsberg – Gehaus ist also als Ausgangspunkt für Wanderungen geradezu ideal.

Wenn alles klappt, so feiert das Dorf 2005 das 650. Jahr seines Bestehens. „Wir haben das erst jetzt entdeckt“, meint Ergo Bohne fast entschuldigend. Reinhold Lotz, der sich ein wenig als Heimatforscher betätigt, hat nämlich viele Akten gewälzt, und plötzlich stieß er auf die Ersterwähnung von Gehaus im Jahre 1355. Gehaus hat eine äußerst wechselvolle Geschichte, die wahrscheinlich auch dazu beigetragen hat, dass sich hier allerlei Volksgruppen aufgehalten haben. „Wir waren sogar einmal holländisch, gehörten zum Königreich Westfalen, waren preußisch und seit 1816 beim Großherzogtum Sachsen-Weimar“, berichtet Lotz.

Die 150 Juden, die hier einmal lebten, machten damals rund ein Drittel der Bevölkerung aus. Auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde gibt es heute noch über 150 Grabstellen. Der jüdische Friedhof ist einer von vieren, die es in Gehaus gibt. Da sind der evangelische Friedhof, der alte evangelische Friedhof hinter der Kirche, der unter Denkmalschutz steht, und die Grabstätte der Grafen von Boineburg, die hier ihr Schloss hatten. Seit 1494 war das Adelsgeschlecht in Gehaus ansässig. 1506 hatte Ludwig von Boineburg den Ort gekauft. Heute, sagen die Männer, kommt Götz von Boineburg als Nachfahre nur noch selten nach Gehaus. Das Schloss sowie der prächtige Park mit einer Ausdehnung von fünf Hektar und den stattlichen Bäumen darin legen heute noch Zeugnis von damals ab. In der Kapelle, die nicht mehr genutzt wird, hielten früher die Katholiken ihre Gottesdienste ab. Sie kamen aus Oechsen, Lenders, Otzbach und anderen Dörfern hierher. Direkt neben dieser Kapelle befindet sich die Begräbnisstätte der Grafen.

Ein Ortsbild prägendes Gebäude ist die Kirche. Sie wurde in den Jahren 1765 bis 1767 erbaut und befindet sich auf den Grundmauern der vorherigen Kirche, die eine Gruft im Keller beherbergt. Bis heute ist im Unklaren, wer dort beerdigt wurde.

Noch einmal zurück zu den zwielichtigen Gestalten und dem fahrenden Volk: Die heimliche Hymne von Gehaus lautet nämlich „Lustig ist das Zigeunerleben“. Als es zu DDR-Zeiten im benachbarten Wölferbütt die Dorffestspiele gab und auch der damalige Kulturminister Hoffmann anwesend war, wurde zuerst die Nationalhymne der DDR gespielt. Gleich im Anschluss kam das Lied „Lustig ist das Zigeunerleben“. Da sind alle, wie vorher bei der Nationalhymne, stehen geblieben – auch Hoffmann. Das fahrende Volk war in Gehaus von den Grafen geduldet. Schließlich hatte es ja an das Adelsgeschlecht Standgebühren für die Wagen zu bezahlen – eine gute Einnahmequelle, berichtet Reinhold Lotz.

Die Gehauser sind heute noch stolz auf den Adel, auch wenn bei der Revolution 1848 mal ein paar Scheiben im Schloss zu Bruch gingen. Sehr gerne gehen die Einwohner im Schlosspark spazieren, genießen dort die Ruhe und im Sommer den Schatten.

Die Juden sind aus Gehaus alle weggezogen. „Aber wir haben damit begonnen, die Verbindung wieder aufzunehmen“, sagt Reinhold Lotz. In Gehaus stand bis 1976 eine jüdische Synagoge. Sie brannte aber bis auf die Grundmauern nieder. Zuletzt hatte sich eine Werkstatt darin befunden. Die frühere Judenschule hingegen ist noch erhalten und dient heute als Wohnhaus.

Am 11. April 1945 war Gehaus von den amerikanischen Truppen besetzt worden. Dass es kein Blutvergießen gab, ist Fritz Rosenberger, dem Onkel von Ergo Bohne, zu verdanken. Der war den Amerikanern nämlich mit einer weißen Fahne entgegengelaufen. 1947 trafen die ersten Umsiedler im Ort ein: 40 Familien aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen. Aber auch von ihnen sind viele wieder weggezogen.

Die meisten Einwohner von Gehaus haben in der DDR im Kali gearbeitet. Daneben waren das Kabelwerk in Vacha, das Porzellanwerk in Stadtlengsfeld oder der Steinbruch auf dem Dietrichsberg gute Arbeitgeber. Heute pendeln die meisten. „Die, die Gehaus verlassen haben, kann man zählen. Eigentlich sind fast alle hier geblieben“, meint Lotz. Damit erweisen sich die Gehauser also auch als ein bodenständiges Völkchen.

Mehrmals im Jahr wird in der kleinen Gemeinde gefeiert. Es gibt die Kirmes, den Karneval, das Feuerwehrfest, das Parkfest, das Sportfest und die Kleintierausstellung. „Alle Vereine organisieren irgendetwas für das Dorf“, meint Ergo Bohne. Der Hundeverein nimmt Hundeprüfungen ab, und aus allen Regionen kommen die Leute deshalb mit ihren Vierbeinern hierher. Vielleicht – aber das werden die kommenden Wochen zeigen – gibt es ja 2005 ein ganz besonderes Fest – die 650-Jahrfeier.

Quelle:Südthüringer Zeitung, 29. März 2005 




Die Bürger von Gehaus bereiten sich derzeit auf ein großes Fest vor. Das 650-jährige Bestehen des Ortes soll im Sommer gefeiert werden. Eigens dafür wurde ein Heimatverein ins Leben gerufen.

GEHAUS – Die Gehauser sind schon sehr geschichtsbewusst und Männer wie Ergo Bohne, Reinhard Bönewitz, Reinhold Lotz und Reinhold Kempter haben sich schon zu DDR-Zeiten damit befasst, wann denn nun die Existenz von Gehaus das erste Mal urkundlich zu belegen ist. Da gab es einen Termin, der ihnen aus den Archiven bekannt war, und das war der Januar 1492. 

Nach weiteren intensiven Recherchen in den Staatsarchiven in Wimar, Marburg und Meiningen wurde man jetzt unlängst im Staatsarchiv Meiningen fündig. Darin wird Gehaus in einer Urkundenrolle vom Kloster Allendorf die Ersterwähnung vom 13.05.1355 bestätigt. Im Ortsschaftsrat stellte man sich die Frage, was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen? Soll man dieses Datum zum Anlass nehmen, noch ein großes Fest zu feiern? Natürlich will man ein Fest feiern, denn 650 Jahre sind  zwar in der Rhön eigentlich kein Alter, wenn man andere Orte nimmt, die schon über tausend Jahre sind.

Die Wahrscheinlichkeit, noch ein älteres Dokument zu finden, erschien den Gehausern zu gering, und die 700-Jahrfeier in fünfzig Jahren, die würden viele nicht mehr erleben, sagte man sich.

Anfang März wurde deshalb der Heimat- und Pflegeverein Gehaus ins Leben gerufen. Ihm gehören Reinhold Lotz, Sven Schwarz, Anja Nennstiel, Torsten Scheer, Karsten und Kathi Seelig, Hartmut Kirchner, Andre Rübsam, Rosi Scheel, Kathrin Dehler und Heiko Wagner an.

Unlängst hatte man die Bürger von Gehaus ins Schloss eingeladen, rund siebzig waren ge- kommen, um zu sehen und zu hören, was denn der Verein nun geplant hat. Sven Schwarz freute sich, dass so viele Bürger Interesse zeigten, das zeugt davon, dass sie sich mit ihrem Heimatort identifizieren.

Dem Verein bleibt wahrlich nicht viel Zeit, denn das „Mittelalterliche Gelage“ soll vom 15. bis 17.Juli 2005 rund um das Schloss im Kulturpark stattfinden. Gemeinsam mit den anderen Vereinen des Ortes und Interessierten aller Altersgruppen will man ein Fest organisieren, das für alle Bürger und Gäste aus nah und fern unvergesslich bleiben soll. Die herrliche Kulisse des Schlosses und der großzügige Park sollen zum guten Gelingen beitragen.















Foto:
Eva-Maria Ullmann

Rund ums Schloss sollen Marktstände aus Holz mit Leinendächern aufgebaut werden. Lager- feuer und Fackeln werden die Nächte erhellen. Das Markgrafenpaar, das man zu dem Spektakulum küren wird, soll auf seinem Thron residieren.

Das Fest wird am 15.Juli 2005 gegen Abend eröffnet. Nach der Kürung des Markgrafen wird es einen Festakt mit Gelage in mittelalterlichen Kostümen und prächtigen Fassaden rund um das Schloss geben.

Am 16.Juli 2005 wird es ab Mittag ein mittelalterliches Markttreiben geben. An über zwanzig Ständen geben die Zünfte ihr Können zum Besten. Salzsieden, Töpfern, Schnitzen, Schmieden und viele andere Gewerke wird man bewundern Dürfen.

Es wird auch eine Gedenkmünze geprägt. An vielen Ständen können die Kinder selbst ausprobieren, wie man zu alten Zeiten gearbeitet hat. Spielleute oder Gaukler auf Stelzen werden auch hier für Unterhaltung sorgen. Auch ein Zauberer wird die Gäste in seinen Bann schlagen. Wenn die Nacht hereinbricht, werden Bettler und Vagabunden ihr Unwesen treiben. Wie der Abend zu Ende geht, soll noch ein Geheimnis bleiben.

Am 17.Juli 2005 wird am Vormittag ein Festgottesdienst im Park stattfinden. Dazu werden auch Chöre gebeten. Mittags können die Herde in Gehaus kalt bleiben, denn Köche sorgen an den Marktständen für allerlei Köstlichkeiten. Statt eines Unzuges wird man nach dem Mittag auf dem Festplatz im Schlosspark Traditionsgruppen mit über zwanzig Themen begrüßen dürfen. Es wird ein buntes Programm für Kinder mit Strohhüpfburg geben.

„Wir brauchen jeden aus dem Ort, wir benötigen Requisiten, jeder Boden, jeder Keller und die Scheunen sollen unsere Bürger nach Brauchbarem absuchen. Ideen und Anregungen von allen sind gefragt“, so Sven Schwarz. „Natürlich werden alle Leihgaben den Besitzern nach dem Fest zurückgegeben. Wir würden uns freuen, wenn viele Leute mithelfen. Wer Lust hat, im Heimat- und Pflegeverein Gehaus mitzuarbeiten, der ist gerne gesehen. Dieser soll auch über das große Jubiläum im Juli bestand haben.“               

Eva-Maria Ullmann

Quelle: Südthüringer Zeitung, 29. April 2005



 
   
   
   
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